Mit dem WWK in der Weihnachtszeit zur Mettenschicht ins Vogtland

Etwa 20 Mitglieder des Werdauer Wirtschaftskreises und ihre Angehörigen sind in der Adventszeit im vogtländischen Tannenbergsthal in ein stillgelegtes Bergwerk – die Grube Tannenberg – eingefahren, oder besser gesagt, eingelaufen, und haben dort an einer Mettenschicht teilgenommen.

Das Busunternehmen Hühn brachte uns am 8. Dezember 2006 nachmittags in angenehmer Fahrt durch das weihnachtlich geschmückte Vogtland bis zum Besucherbergwerk. Dort erwartete unsere Gruppe bereits der Chef des Bergwerks. Bevor wir in die Grube einlaufen durften, wurden alle Besucher mit Grubenhelmen ausgerüstet, erhielten entsprechende Verhaltenshinweise und wurden zum Stolleneingang gebracht. Dann marschierte die Gruppe geschlossen brav und tapfer, aber mit etwas gemischten Gefühlen, hinter dem Grubenchef in die stillgelegte Erzgrube hinein.

Wir liefen etwa 1 Stunde 1 Kilometer auf beleuchteten Stollen bis auf 40m Tiefe in den Berg hinein mit vielen Stopps. Unterwegs erläuterte uns der Grubenchef, unter welch schwierigen Bedingungen in der Grube früher das Erz gefördert wurde, er wies uns auf die geologischen Besonderheiten zwischen den Kontaktzonen des Granits und des Schiefers hin, und es gab viele alte Maschinen und Fahrzeuge zu besichtigen. Nach ihrer Stilllegung wurde die Grube nach der Wende zum Besucherbergwerk umgerüstet.

An einem idyllischen unterirdischen See, entstanden aus einem gewaltigen Hohlraum durch den Abbau des sogenannten Greisenkörpers, erwischte uns der Berggeist und schlug einige Mitglieder unserer Gruppe zu Bergknappen. Getauft auf den Namen Bergjungfer Rosenquarz wurde auch meine Ernennung und Ehrenmitgliedschaft beurkundet und mit einem Klaren zünftig begossen.

In der Sole auf 40m Tiefe erwarteten uns dann eine Bläsergruppe aus Klingenthal und ein Mitglied der evangelischen Kirche zur traditionellen Mettenschicht. Mettenschichten haben eine lange bergmännische Tradition. Sie waren die letzte vor Weihnachten eingefahrene Schicht, die der Steiger vorzeitig mit einem Klopfzeichen beendete und so die Bergleute herausklopfte. Anschließend hielt er im geschmückten Huthaus eine Art Predigt. Die Bergleute dankten durch das Singen von Bergwerksliedern für den Bergsegen. Ein einfaches typisches Essen beendete die Schicht.

An langen Tischen in den Stollen sitzend hörten auch wir weihnachtliche und kirchliche Weisen und erfuhren in einer Ansprache nochmals, welch beschwerliches Los die Bergleute früher hatten. Bei Glühwein und leckerem Schinken im Brotteig stärkten wir unserer frostigen Glieder, bevor wir im Stollen – ich glaube, ich lief ganz schön hurtig – zurück ans Tageslicht stiefelten. Ich war heilfroh, als ich den Sternenhimmel wieder sah. Meine Achtung vor dem schweren Tagwerk der Bergleute ist seit diesem Besuch nochmals enorm gestiegen.

In einer urigen Scheune auf dem Bergwerksgelände feierte unsere Gruppe noch fröhlich bei Essen, Trinken, Livemusik und Tanz weiter bis Mitternacht. Der Vorsitzende des WWK, Herr Dr. Schlegel, und Frau Thomas bekamen unter viel Hallo je ein Arschleder verpasst und wurden ebenfalls zu Ehrenmitgliedern der Grube Tannenberg ernannt.

Müde, aber glücklich traten wir unsere Heimfahrt an. Allen unerschrockenen Menschen kann ich den Besuch eines Bergwerks in unserer Heimat und die Teilnahme an einer solchen stimmungsvollen Mettenschicht wirklich ans Herz legen.

In diesem Sinne verbleibe ich bis zum nächsten Bericht aus unserer Heimat

Ihre Bergjungfer Rosenquarz, alias Barbara Pape.

Anschrift:
Vogtland Kultur GmbH
Besucherbergwerk „Grube Tannenberg“
Zum Schneckenstein 42
08262 Tannenbergsthal
Telefon: 037465/41993 Fax: 41825
Internet: www.schneckenstein.de
E-mail: steiger@schneckenstein.de

Führungszeiten:
Montag: Ruhetag
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Samstag / Sonntag und Feiertage: 10.00, 11.30, 13.00, 14.30 und 15.30 Uhr
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