Mit dem WWK auf Stippvisite in der Hauptstadt Berlin

Das lange Wochenende vor dem Feiertag, dem 15. Tag der deutschen Einheit, nutzten die Mitglieder des WWK und ihre Angehörigen zu einem lange geplanten Besuch in der Hauptstadt Berlin. Am Freitag, dem 30. September, startete der vollbesetzte hochmoderne Setra-Reisebus des Busunternehmens Hühn aus Steinpleis im Morgengrauen und brachte uns in rascher Fahrt auf der Autobahn über Dresden in die Hauptstadt. Erster Programmpunkt war die Besichtigung des Reichtagsgebäudes, der Sitz des Deutschen Bundestages ist.

Nachdem wir umfangreiche Sicherheitsschleusen durchlaufen hatten, durften wir im Plenarsaal auf den Besuchertribühnen Platz nehmen und erfuhren viele interessante Details aus der Geschichte des Hauses, über den Umbau in den Neunziger Jahren, die kühne Architektur des englischen Architekten Norman Foster und schließlich über die Arbeit des Deutschen Bundestages. Seit dem Jahr 1999 ist Berlin wieder Parlaments- und Regierungssitz geworden.

Im Anschluss an die Besichtigung erwartete uns Herr Dr. Michael Luther, Mitglied des Deutschen Bundestages und der Fraktion der CDU/CSU, zu einer Diskussionsrunde. Er vermittelte uns zunächst einen Einblick in seine Arbeit als Abgeordneter und seine Tätigkeit als Vorsitzender der Sächsischen Landesgruppe. In der anschließenden regen Diskussionsrunde beantwortete Herr Dr. Luther viele Fragen zum Ausgang der Bundestagswahl und zur derzeitigen komplizierten polititschen Situation, insbesondere der K-Frage.

Nach der Besichtigung der eindrucksvollen gläsernen Kuppel, die das Gebäude krönt und zum Wahrzeichen der Hauptstadt geworden ist, trafen wir uns zum Fototermin mit Herrn Dr. Luther auf dem Dach des Gebäudes unter der Kuppel.

Danach marschierten wir in das Paul-Löbe-Haus, wo die Ausschüsse des Deutschen Bundestages ihren Sitz haben. Nachdem wir uns im Restaurant der Abgeordneten des Bundestages gestärkt hatten, standen wir am Nachmittag vor dem Kanzleramt. Wieder galt es, umfangreiche Sicherheitsschleusen zu durchlaufen, wurden unsere Personalien überprüft, bevor wir in einer zweistündigen Führung das Kanzleramt besichtigen durften. Der äußerlich so schmucklos wirkende Betonklotz zeigt sich im Inneren in einem überraschend harmonischen und geschmackvollen Design. Am Giebel des Kanzleramtes prangt in Riesenlettern der Ausspruch von Albert Einstein: „Der Staat ist für die Menschen da und nicht die Menschen für den Staat.“ Das gibt uns die berechtigte Hoffnung, dass unsere Politiker dies nach den politischen Wirren der letzten Wochen beherzigen und wir nach der Bildung der großen Koalition zwischen CDU, CSU und SPD und der Wahl der Bundeskanzlerin Merkel einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnen können.

Nach diesem anstrengenden ersten Tag mit den vielen Eindrücken waren wir alle recht erschöpft und müde und übernachteten in einem Hotel im Bezirk Treptow.

Am Sonnabendvormittag starteten wir nach dem Frühstück am Landwehrkanal an historischer Stelle zu einer dreistündigen Schifffahrt. Nachdem man Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet hatte, barg man die Leiche Rosa Luxemburgs hier aus dem Landwehrkanal. über die Oberbaumbrücke und weiter auf der Spree fuhr das Schiff entlang des historischen Stadtkerns von Berlin. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns, und die Tapfersten saßen auf dem Oberdeck und genossen die herrlichen Ausblicke und Erklärungen des Kapitäns und zogen beim Passieren der 61 Brücken, von denen viele extrem niedrig sind, oft den Kopf ein.

An das Mittagessen im historischen Nikolaiviertel schloss sich eine zweistündige Stadtrundfahrt mit dem Bus an mit einem sehr versierten Stadtführer, der uns nochmals viele geschichtliche Kenntnisse vermittelte. Am Samstagabend war dann „Kultur angesagt“. Der Geschmack unserer Gruppe teilte sich hier die Hälfte fuhr ins Theater des Westens und sah das Musical „Die drei Musketiere“. Die andere Hälfte besuchte Europas größtes Revuetheater, den „Friedrichstadtpalast“, um dort eine schwungvoll und prächtig inszenierte Revue um „Casanova“ zu erleben.

Da sich am Sonntag das Wetter nicht von seiner besten Seite zeigte, wurde umdisponiert. Die geplante Fahrt in den Spreewald fiel buchstäblich ins Wasser, statt dessen konnten wir nochmals in der Stadt flanieren ein Teil am Potsdamer Platz, ein Teil Unter den Linden. Am zeitigen Nachmittag traten wir die Heimreise an und kamen wohlbehalten nach drei erlebnisreichen Tagen mit vielen Eindrücken wieder in Werdau an. Den Organisatoren dieser Reise gebührt ein großes Lob für die gute Vorbereitung und ein herzliches Dankeschön aller Teilnehmer. Einige Tage nach dieser Reise wurde dieser Bericht von der Unterzeichneten auf Bitte des Vorstandes des WWK mit dem entsprechenden Bildmaterial an die Redaktion der „Freien Presse“ gegeben und um Veröffentlichung gebeten. Leider brachte unsere Heimatzeitung von diesem für den WWK bedeutenden Ereignis nur den Abdruck eines stark gekürzten Leserbriefes ohne entsprechendes Bildmaterial. Die Redaktion des Stadtanzeigers findet es überaus bedauerlich, dass den Vertretern der Wirtschaft aus unserer Heimatstadt nicht mehr Raum für einen ansprechenden Artikel gewidmet wurde, zumal jeder andere Verein bei irgendeinem Ereignis groß gewürdigt wird.

Text: Barbara Pape, Mitglied im WWK Werdau, im Oktober 2005
Fotos: W. Landgraf